Elterngeld einfach erklärt
Elterngeld ersetzt einen Teil des Einkommens, das nach der Geburt wegfällt, weil ihr euch ums Kind kümmert. Es kommt von der Elterngeldstelle, nicht vom Arbeitgeber. Die Elternzeit ist etwas anderes: die Freistellung im Job. Beides plant ihr getrennt, aber passend zueinander.
Stand: Oktober 2026 · für Geburten bis 31. Oktober 2027 · Rechtsgrundlage: BEEGSo viel gibt es insgesamt
Zusammen habt ihr 14 Monate Basiselterngeld. Ein Elternteil kann höchstens 12 davon nehmen. Die 2 „Partnermonate“ gibt es nur, wenn beide Elterngeld nehmen. Alleinerziehende bekommen alle 14.
Gezählt wird in Lebensmonaten ab dem Geburtstag (z. B. 9.3. bis 8.4.), nicht in Kalendermonaten. Die Mutterschutz-Wochen nach der Geburt zählen bei der Mutter schon mit.
Für jeden Monat wählbar
Jeder Monat kann Basiselterngeld oder ElterngeldPlus sein. 1 Basis-Monat = 2 Plus-Monate: ElterngeldPlus zahlt pro Monat halb so viel wie Basiselterngeld, dafür doppelt so viele Monate.
Ohne Zuverdienst bleibt die Summe gleich. Plus verteilt das Geld nur über mehr Monate. Basis geht bis zum 14. Lebensmonat, Plus bis zum 32. Gleichzeitig Basis nehmen dürft ihr nur einen Monat lang.
So wird die Höhe berechnet
Grundlage ist dein Einkommen in den 12 Monaten vor dem Geburtsmonat. Daraus rechnet die Elterngeldstelle ein pauschales „Elterngeld-Netto“: Brutto minus Steuern nach deiner Steuerklasse minus 21 % für Sozialabgaben.
Elterngeld sind davon meist 65 %, bei kleinen Einkommen bis 100 %. Deshalb kann ein rechtzeitiger Steuerklassenwechsel das Elterngeld erhöhen.
Mindest- und Höchstbetrag
Basiselterngeld beträgt mindestens 300 € und höchstens 1.800 € im Monat, ElterngeldPlus 150 bis 900 €. Den Höchstbetrag erreichst du ab etwa 2.770 € Elterngeld-Netto, mehr Einkommen zählt nicht.
Für Geschwisterkinder gibt es 10 % mehr (mindestens 75 €), für Zwillinge 300 € pro weiterem Kind.
Dazuverdienen
Während des Elterngelds darfst du bis 32 Stunden pro Woche arbeiten. Dein Verdienst wird aber angerechnet:
- Basis: Fast jeder Euro kostet Elterngeld, rund 65 Cent pro Euro.
- Plus: Bis etwa zur Hälfte deines früheren Elterngeld-Nettos (höchstens rund 1.385 € netto) wird nichts abgezogen. Deshalb lohnt sich Plus mit Teilzeit.
Partnerschaftsbonus
Arbeitet ihr beide gleichzeitig 24 bis 32 Stunden pro Woche, bekommt jede:r 2 bis 4 zusätzliche Plus-Monate. Die Bonusmonate kommen zu den 14 Monaten dazu und laufen am Stück.
Einkommensgrenze
Lag euer zu versteuerndes Einkommen im Kalenderjahr vor der Geburt über 175.000 € (Paare und Alleinerziehende gleich), gibt es kein Elterngeld. Elternzeit, Mutterschaftsgeld und Kindergeld bleiben.
Steuerfrei, aber nicht ganz
Elterngeld ist steuerfrei, erhöht aber den Steuersatz auf euer übriges Einkommen (Progressionsvorbehalt). Ihr müsst eine Steuererklärung abgeben und oft etwas nachzahlen. Der Rechner zeigt das mit.
Wichtige Fristen: Elternzeit beim Arbeitgeber spätestens 7 Wochen vorher anmelden. Elterngeld nach der Geburt beantragen, rückwirkend gibt es nur 3 Monate. Für Geburten ab 1. November 2027 ist eine Reform geplant.
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